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Fortsetzung
zu "Muss
man in der Krise feiern?"
Die Werbung, die so gerne unsere Lieblingsfilme
unterbricht, liefert uns ein gutes Negativbeispiel:
Autos verwandeln sich in Roboter und wieder zurück. Ein
Mensch, der die falsche "Schnitzelfrage"
stellt, wird aus seiner Küche katapultiert. Wer eine
gewisse Limonade trinkt, gerät in einen Farbrausch und
wird "kambucha".
All das ist nett anzusehen, vielleicht sogar
unterhaltsam, obendrein lässt es die Schlussfolgerung
zu, dass hier
jemand viel Geld zur Verfügung hat und "für seine
so geschätzten Kunden" ordentlich Aufwand
betreibt.
Doch was erfahren wir über die beworbenen Produkte?
Leistung, Verbrauch, Stauraum, Preis und Steuerklasse
des Autos? Fleischsorte und Fettgehalt des Schnitzels für
den Toaster? Geschmacksrichtung, Fruchtsaftgehalt Preis
und Flaschengröße der Limonade? Alles weit gefehlt.
Bei
vermutlich zu vielen Events haben wir erlebt, wie man
sich selbst feiert. Sicherlich, der Werdegang eines
neuen Produktes mit all seinen Überlegungen und
deren Realisierung verdient Hochachtung, doch am
Ende der ganzen Kette steht der Kunde. Genau jener Kunde
möchte wissen, welchen Vorteil und Nutzen er aus der
beworbenen Sache ziehen kann. Passen all seine Geräte
in das neue Fahrzeug? Wie gesund ist der neue Snack und
was macht ihn dennoch so schmackhaft? Wird er auf
dem neuen Portal tatsächlich von seiner Zielgruppe
gefunden und was spricht dafür?
Kurzum: Was befindet sich "hinter" der
extravaganten Feier? Was ist "in" der auffälligen
Verpackung? Was ist der Kern der Sache?
Das Teilnehmen, Probieren, Ertasten, Fühlen, Schmecken,
Erleben und Erfahren, also die Identifikation mit dem
Anlass des Events ist von entscheidender Bedeutung. Es
ist das wichtigste. Damit lässt sich überzeugen. Wem würden
Kaviar, Lasershow und Prominenz wirklich als
Kaufargument dienen?
Gerade jene Kunden, die sich neu mit dem Thema "Event"
befassen, denken sofort an aufwendige Produktionen, die
mehrere Zehntausende oder gar Hunderttausende kosten.
Man hat es ja selbst schon gesehen. Doch gerade diese
Kunden sollte man mit offenen Armen empfangen und
ihnen Konzepte vorlegen, die ohne viel "Bling Bling"
auskommen, aber durch eine enorme Werbewirksamkeit
bestechen und mit Sympathie punkten. Und genau jene
Events, die für den "kleinen" Kunden so
rentabel und profitabel sein können, bieten sich
derzeit auch für den krisengeschüttelten Großkonzern
an.
Man muss in wirtschaftlich harten Zeiten keineswegs auf
Feiern und Präsentationen verzichten. Im Gegenteil,
Instrumente der Werbung und Kundenbindung sind nach wie
vor unentbehrlich, will man weiterkommen. Es sollte sich
nur der Ansatz in vielen Fällen ändern. Auf den inhaltlichen
Aufwand muss wieder verstärkt Wert gelegt werden,
nicht auf den des äußeren Bildes. Verzichten Sie auf
den Fallschirmabwurf Ihres Produktes, sondern geben Sie
es Ihren Gästen einfach in die Hand. Wenn Ihnen
eine Eventlocation zu teuer ist, feiern Sie in Ihrem
eigenen Haus und lassen Sie Ihre Gäste dabei ruhig
durch Ihre Werkstatt laufen und sehen, "wo
alles geschieht". Vor allem aber, seien Sie
"echt".
Sie können Ihr Budget kurz halten und trotzdem
nachhaltig in die Zukunft investieren.
Und das sagt Ihnen jemand, der im Event-, Feier- und Präsentiergeschäft
auch künftig Geld verdienen möchte. Für uns alle wird
es nach wie vor einiges zu "feiern"
geben, wenn wir unsere Interessenten nicht gleich mit überteuren
Monsterproduktionen abschrecken. Für letztere haben wir
- Kunden und Anbieter - hoffentlich wieder Gelegenheit,
wenn wir den Engpass einmal überstanden haben und dies
gebührend feiern wollen...
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